Regional-biologische Schulversorgung in Nordhessen PDF Drucken E-Mail

Regionale und ökologische Schulversorgung von Ganztagsschulen gewinnt in den nordhessischen Landkreisen an Attraktivität nachdem bekannt wurde, dass 40 Prozent aller Gymnasiasten nicht vor der Schule frühstücken und die meisten Kinder zu wenig pflanzliche und zu wenig Vollkorn-Kost zu sich nehmen. Etwa 30 Biolandwirte können - allein im Schwalm Eder Kreis – für einen Ausgleich sorgen. Über die Produktion der Nahrungsmittel hinaus haben sie für deren Verarbeitung und für die Belieferung der Küchen gesorgt, die dies in Absprache mit dem Landkreis den Kindern in den Ganztagsschulen liefern. Zudem wurde die gesunde Kost attraktiv, dadurch dass die Kinder auf dem Bauernhof vom Pflanzen, Jäten, Ernten und Verkauf etwas praktisch lernten.

Der Verein möchte sich in Kooperation mit dem Regionalen Nachhaltigkeitsforum Nordhessen dafür einsetzen, dass die Produkte für die Schulversorgung aus einer regionalen, saisonalen ökologischen und gentechnikfreien Landwirtschaft erzeugt werden. Dieser Entschluss fußt auf mehreren Gründen:

Gesunde Ernährung der Kinder
Studien belegen, dass sich viele Kinder falsch ernähren. Inzwischen leidet jedes fünfte Kind an Übergewicht sowie den physischen, psychischen und sozialen Folgen (www.gesundheit.de). Demnach ist es dringend erforderlich, dass die Institution Schule als gutes Vorbild dient und für eine gesunde Ernährung garantieren kann. Dafür sorgen die regionalen Bio-Landwirte, die sich mit Qualitätssicherung und einer transparenten Produktion von den Standards der Cateringbetriebe abheben können. Allerdings wird die Versorgung mit Nahrungsmitteln allein nicht ausreichen. Zusätzlich bedarf es an pädagogischer Unterstützung um für mehr Akzeptanz unter der Schülerschaft zu sorgen. Im Landkreis Schwalm-Eder, wo die Initiative bereits erfolgreich läuft, findet das in Form von erlebnisorientierter Ernährungsbildung auf den Höfen der Bio-Landwirte statt. Weiter Informationen über dieses Pilotprojekt können sie aus dem Forschungsbericht entnehmen: Regional-biologische Schulverpflegung im Schwalm-Eder-Kreis

Wirtschaftliche Entwicklung der RegionGerade eine so ländlich geprägte Region wie Nordhessen ist auf Absatzmärkte für kleinstrukturierte Landwirte angewiesen. Die dezentrale Organisation der Initiative ist wie geschaffen für das Angebot von kleineren Betrieben. Die wirtschaftliche Stärkung der Region kann dann auch zu einer höheren Besiedlungsdichte und dem Ausbau der Infrastruktur führen.

Neue Arbeits- und Ausbildungsplätze
Abhängig von der Anzahl der beteiligten Schulen müssten einige Betriebe ihre Produktion erhöhen. Es würden neue Arbeitsplätze entstehen, die dringend benötigt werden. Das Projekt in Schwalm-Eder beweist außerdem, dass auch neue Ausbildungsplätze entstehen können. Dort haben u. a. schwer integrierbare Jugendliche in den Großküchen der Weiterverarbeitung eine Ausbildungsstätte gefunden.

Geld bleibt in der Region
Die Wertschöpfung der Produktionskette bleibt in der Region. So kann das Geld reinvestiert werden und belebt die interne Konjunktur. Auch der Kommunalverwaltung würde durch die Steuern mehr Geld zur Verfügung stehen, dass zum Beispiel in neue Schul- und Kindergartenplätze investiert werden könnte.

Nachhaltiger Umgang mit der Umwelt
Der Schutz der Umwelt ist ein wichtiges Merkmal der Initiative. Deswegen begrenzt sich die Zusammenarbeit auf Bio-Landwirte. Auf diese Weise kann ein nachhaltiges Wirtschaften garantiert werden. Hinzu kommt der geringe logistische Aufwand der regionalen Produktionskette. Die kurzen Wege zwischen Produzenten und Konsumenten schonen zusätzlich die Umwelt. Des Weiteren genießt man dadurch die Unabhängigkeit von großen Lieferanten und sichert der Region eine stabile Versorgung zu.
 

Auch andere nordhessische Landkreise interessieren sich für das Projekt regional-ökologische Schulversorgung. Die Aufgaben der PraktikantInnen waren in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Kassel:

  • Überprüfung des Bedarfs / der Akzeptanz von regional-biologischer Schulverpflegung
  • Koordination zwischen den einzelnen Akteuren beim Aufbau der erforderlichen Produktionskette sowie Begleitung der Initiativen
  • Öffentlichkeitsarbeit